Zürcher Stadtparlament ist für Wohnsiedlung Leutschenbach

Zürcher Stadtparlament ist für Wohnsiedlung Leutschenbach

Die Stadt Zürich will im Quartier Seebach für 175 Millionen Franken eine Wohnsiedlung mit 369 Wohnungen bauen. Das Stadtparlament hat den Objektkredit für die Wohnsiedlung Leutschenbach am Mittwoch bewilligt. Das letzte Wort hat das Stimmvolk.

Die kommunale Wohnsiedlung Leutschenbach soll auf drei nebeneinander liegenden Parzellen an der Leutschenbachstrasse direkt neben dem Fernsehstudio von Schweizer Radio und Fernsehens (SRF) entstehen. Auf insgesamt 21’500 Quadratmetern sollen 369 Wohnungen einschliesslich 11 Wohnateliers, neun Grosswohnungen und zusätzlichen 41 zumietbaren Zimmern gebaut werden.

Weiter soll es 1200 Quadratmeter Dienstleistungs- und Gewerbefläche, vier Kindergärten und einen Hort sowie eine Tiefgarage geben. Zudem soll der Vorplatz zur Leutschenbachstrasse neugestaltet, eine Photovoltaik-Anlage erstellt und die Abwärme des SRF für die Wohnsiedlung genutzt werden.

Für diese Vorhaben hat das Zürcher Stadtparlament am Mittwoch mit 84 Ja- zu 33 Nein-Stimmen einen Objektkredit von 213,2 Millionen Franken bewilligt – davon allein 175 Millionen Franken für den Bau der Wohnsiedlung.

Dass es im Quartier Seebach neue Wohnungen braucht, war im Rat unbestritten. Die Frage war nur, wer diese bauen soll. FDP und SVP wollten das Geschäft an den Stadtrat zurückweisen. Statt selber zu bauen, soll die Stadt das Baurecht für die neue Siedlung öffentlich ausschreiben und mit den erwünschten Kriterien vergeben.

Die geplante Siedlung dürfe nicht mit einer neuen Verschuldung der Stadt realisiert werden, hiess es weiter von FDP und SVP. Private Investoren sollten zum Zuge kommen.

Die restlichen Parteien hingegen stellten sich hinter das Projekt und bezeichneten es als “sehr gelungen”, “flexibel angedacht” und “sehr gut”. Gemäss Finanzvorsteher Daniel Leupi (Grüne) leistet das Projekt einen Beitrag zu einer Durchmischung im Quartier.

Im Rat wurde zudem betont, dass die Stadt Zürich verpflichtet sei, den Anteil gemeinnütziger – also nicht gewinnorientierter – Wohnungen bis 2050 auf einen Drittel aller Mietwohnungen zu erhöhen. Das Stimmvolk hatte Ende 2011 mit einer 75-Prozent-Mehrheit dies als Grundsatzartikel in der Gemeindeordnung festgeschrieben.

Die Wohnsiedlung Leutschenbach soll denn auch “den Zielen des gemeinnützigen Wohnungsbaus auf Basis der Kostenmiete, der sozialen Durchmischung und der Sicherung von Familienwohnungen im Sinne des wohnpolitischen Grundsatzartikels Rechnung tragen”. So soll eine 4-Zimmer-Wohnung voraussichtlich monatlich 1530 Franken kosten.

Der Gemeinderat stimmte weiter mit 99 Ja- zu 15 Nein-Stimmen einem Postulat der Grünen zu, das mehr Begrünung auf den Dächern der Gebäude im Innenhof der Siedlung fordert. Hingegen lehnte der Rat mit 87 Nein- zu 27 Ja-Stimmen das zweite Postulat der Grünen ab. Indem auf eines der Gebäude im Innenhof verzichtet würde, hätte der Anteil an Grün- und Freiräumen erhöht werden sollen.

Als nächstes muss nun das Stadtzürcher Stimmvolk über den Objektkredit befinden. Die Wohnsiedlung soll in Etappen gebaut werden. Die Stadt rechnet mit einer Fertigstellung des Baus bis Ende 2023.

Sommaruga warnt vor Ja bei Zersiedelungsinitiative

Die neue Uvek-Vorsteherin Simonetta Sommaruga hat vor einem Ja zur Zersiedelungsinitiative gewarnt. In Interviews mit den “Zeitungen der CH-Media” vom Donnerstag sagte sie, das Vorhaben löse die Probleme nicht.

“In der Vergangenheit wurden in der Raumplanung ganz klar Fehler gemacht. Aber wir haben darauf mit einem strengen, griffigen Raumplanungsgesetz reagiert”, sagte die Politikerin.

Die Fläche der Bauzonen sei seit 2012 stabil, was zeige, dass ein Umdenken stattgefunden habe. Ausserdem müssten die Kantone ihre Bauzonen verkleinern, falls diese zu gross seien, betonte sie. Aber die Initiative stelle ausgerechnet dieses wichtige Instrument der Rückzonungen in Frage. Insofern verschärfe die Initiative die Zersiedlung noch.

Zudem hätten die Initianten Vorschläge zur Umsetzung gemacht, die nicht zu Schweiz passten. “Sie haben etwa von einer nationalen Planungsbehörde gesprochen, die entscheiden soll, wo es noch Bauzonen braucht und wo nicht mehr”, sagte Sommaruga. Eine solche Planungsbehörde mit Enteignungsbefugnis überzeuge nicht. Auch die geplanten Versteigerungen seien keine Lösung – “dann könnten sich wohl nur noch reiche Gemeinden neue Bauzonen leisten”, sagte sie.

BAUMAG 2019 – Digitalisierung der Baustelle

Die Schweizer Fachmesse für Baumaschinen, Baugeräte und Werkzeuge ist alle zwei Jahre unschlagbarer Branchen-Event von Profis für Profis. Unter dem Motto «Baukader goes digital» können Referate rund um die Digitalisierung im Hoch-, Tief- und Holzbau besucht werden.
200 Marktführer und Newcomer zeigen auf dem modernen Luzerner Messegelände ihre Innovationen und Leistungen. Die gespannten Fachbesucher finden neben Baumaschinen alles von Hebezeugenbis Schalungen und Gerüste.
Praxisnahe Referate zur Digitalisierung
Jeder Vorarbeiter, Polier oder Bauführer arbeitet digital, oft ohne es zu wissen. Der Verband Baukader Schweiz und das Baublatt greifen mit dem Slogan «Baukader goes digital» die Digitalisierung auf. Es gibt täglich zwei Fachreferate à je eine halbe Stunde  u
vier Hauptthemen. Zu «Geht nicht gibt’s nicht» nehmen Jennifer Zeltner als Bauherrenvertreterin für das Projekt Baufeld 1 der Suurstoffi in Rotkreuz sowie die Spezialistin Birgitta Schock von schockguyan gmbh Stellung. Im Referat «Umbau mit Digital-Power» wird sichtbar, dass
moderne 3-D Technik in einer denkmalgeschützten Halle anwendbar ist. Clemens Kälin von Sitech Schweiz AG befasst sich mit der
zukunftsweisenden Vermessung per Drohne. Das vierte Thema lautet «Digitalisierung der Baustelle» und bespielt Robotik-Experte Thomas Wehrle, Vize-Direktor Spezialbau bei Erne AG Holzbau. Die digitale Welt wird ebenfalls am Stand von Baukader Schweiz spielerisch und virtuell erlebbar.
Eröffnungsfeier mit SBV-Direktor
Dr. Benedikt Koch, Direktor des Schweizerischen Baumeisterverbandes, stellt an der Eröffnungsfeier das neu gestartete Konzept «Der Baumeister 5.0» vor. Es ist die Antwort des Verbandes auf die digitale Transformation. Ziele sind Vertrauen schaffen, das Bewusstsein für die Digitalisierung schärfen und dabei den Erfolgsfaktor Mensch in den Mittelpunkt stellen.
Schaumauern mit WM-Kandidat
Attraktivität verspricht das Schaumauern der Maurerlehrhallen Sursee. Jérôme Hug, Schweizermeister im Mauern, tritt Ende August an den WorldSkills in Russland an. Zuerst freut er sich auf die Baumag: «Ich sehe das Schaumauern in Luzern als ideale Trainingsplattform, da ich mich vor Publikum beweisen kann. Ich freue mich auch darauf, meinen Berufskollegen Tipps zu Technik und Arbeitsabläufen weiterzugeben.»
BAUMAG Baumaschinen-Messe
Messe Luzern | 07.–10. Februar 2019 | Do – So 9 – 17 Uhr
www.baumaschinen-messe.ch

Sanierung des Weissenstein-Bahntunnels startet ein Jahr später

Die Sanierung des 3,7 Kilometer langen Weissensteintunnels auf der Bahnstrecke Solothurn-Moutier beginnt 2021 – ein Jahr später als zunächst geplant. Während der Sperrung des Tunnels soll die gesamte Bahnanlage modernisiert werden.

Die BLS will alle sechs Bahnhöfe auf Vordermann bringen. Auch die Fahrleitungen und die Gleise auf einer Gesamtlänge von sechs Kilometern sollen erneuert werden, wie die BLS am Freitag weiter mitteilte. Instandgestellt werden zudem die Viadukte Geissloch und Corcelles.

Nach dem geänderten Zeitplan beginnen die Bauarbeiten im Juni 2021. Die Sperrung des Weissensteintunnels werde optimal genutzt, hält die BLS fest. Die Projekte könnten besser aufeinander abgestimmt werden.

Die BLS investiert insgesamt 145 Millionen Franken in die Bahninfrastruktur. Davon sind 85 Millionen für die Tunnelsanierung und rund 60 Millionen für die Arbeiten auf der Strecke und die Modernisierung der Bahnhöfe vorgesehen.

In den Bahnhöfen Im Holz, Oberdorf, Gänsbrunnen, Crémines-Zoo, Corcelles und Grandval wird neu hindernisfreies Ein- und Aussteigen möglich sein.

Von Juni 2021 bis November 2022 werden auf den Strecken Gänsbrunnen-Moutier und Gänsbrunnen-Oensingen Bahnersatzbusse verkehren. Auf der Strecke Solothurn-Oberdorf werden die Fahrgäste zu den meisten Zeiten mit der Bahn reisen können.

Datenkraken im Wohnzimmer – ist die Privatsphäre noch zu retten?

In naher Zukunft könnten Sprachassistenten unseren Alltag weitgehend regeln. Sie steuern die Zimmertemperatur, kochen Kaffee, verbinden uns mit anderen. Eine neue, lokale Art der Datenverarbeitung soll dafür sorgen, dass die Privatsphäre dabei besser geschützt wird.

Alles ist eins, alles ist verbunden: Die Kaffeemaschine mit dem Lichtschalter mit der Heizung mit dem Türschloss – und all das mit dem Internet. Im Haus von Morgen genügt ein Sprachbefehl der Bewohner, um das Badewasser einzulassen, eine Geste, um den Fernseher zu bedienen.

Wann sie dies tun, wann sie den Herd oder die Waschmaschine bedienen, welche Wünsche sie äussern und welche Befehle sie geben – all das sind wertvolle Informationen für Konzerne wie Amazon und Google. Diese verwerten die Daten und verdienen damit Milliarden. Mit ihren Sprachassistenten Alexa und Co. kommen sie den Konsumenten so nah wie nie.

Es erscheint daher kaum verwunderlich, dass rund die Hälfte der Sprachassistenten, die bereits heute in den Haushalten stehen, von diesen beiden Unternehmen stammen. Dem Technologiemarkt-Analysten Canalys zufolge soll die Gesamtzahl solcher Geräte weltweit von derzeit rund 100 Millionen auf mehr als 300 Millionen bis zum Jahr 2022 zunehmen. Nahezu drei Viertel von ihnen wird mit Amazons oder Googles Technik ausgestattet sein, schätzen die Branchenexperten.

Datenschützern bereiten diese Zahlen Sorgen. Denn sobald die Alltagsassistenten per Stichwort (etwa “Alexa” oder “Ok Google”) aktiviert werden, übertragen sie ungefilterte Aufnahmen inklusive Hintergrundgeräuschen in ihre jeweilige Cloud – zentralisierte, oft weit entfernte Serverstrukturen mit riesigen Speicherkapazitäten. Was dort mit den Daten passiert, bekommen die Nutzer nicht mehr mit.

“Niemand möchte, dass alle Dinge, die vor Ort passieren, eins zu eins irgendwo hin übertragen und dort gespeichert werden”, warnt Thomas Bendig, Forschungskoordinator am Fraunhofer-Verbund für Informations- und Kommunikationstechnologie in Berlin. Es sei unbedingt notwendig, dass solche Informationen beim Nutzer blieben.

In der Cloud würden die Daten etwa auch genutzt, um die maschinellen Lern-Algorithmen zu verbessern, “damit Alexa noch besser verstehen und reagieren kann”, teilt Amazon auf Anfrage mit. Und: “Wir erlauben unseren Kunden, der Datenverwertung für Trainingszwecke in den Alexa-Einstellungen zu widersprechen.” An Dritte würden keine Sprachdaten weitergegeben.

Im Dezember kam es nach einem Bericht des Magazins “c’t” aber zu einer Panne: In auf Anfrage zugesandten Dateien fand ein Kunde ihm völlig fremde Aufzeichnungen, der Konzern sprach von einem “unglücklichen Fall” infolge “eines menschlichen Fehlers”.

Es gibt längst Möglichkeiten, das Material der Nutzer auch vor Ort zu belassen. Eine Methode heisst Edge Computing – Rechenleistung am Rande (Edge) der Cloud. Die Daten werden dabei dezentral nah am Nutzer gesammelt und verarbeitet. “Das kann zum Beispiel der ganz normale Internetrouter übernehmen, den wir im Haus stehen haben”, erklärt Andreas Seitz, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für angewandte Softwaretechnik der TU München – auch wenn handelsübliche Router bislang noch nicht dazu in der Lage seien.

Möglich sei aber auch, dass solche Prozesse direkt auf der Hardware ablaufen, auf der die Sprachassistenten installiert sind. Eine Firma, die diesen Weg geht, ist das Start-up Snips mit Sitz in Paris und New York. Snips stellt Sprachassistenz-Systeme für Geschäftskunden her, die diese in ihre Geräte einbauen können. Die Privatsphäre der Nutzer habe dabei oberste Priorität, betonen die Verantwortlichen.

“Es fühlt sich einfach falsch an, dass ein Konzern Zugriff auf ein Mikrofon hat, das in der eigenen Wohnung steht”, meint Snips-Mitgründer Rand Hindi. Die Speicher- und Rechenleistung, die zum maschinellen Verständnis der Sprachbefehle notwendig ist, liegt bei Snips deshalb nicht auf weit entfernten Serverfarmen, sondern auf den Geräten selbst, auf die die Geschäftskunden die Spracherkennung des Start-ups aufspielen. Stimme und Hintergrundgeräusche bleiben so an Ort und Stelle – ohne dass jemand ungewollt darauf zugreifen kann.

“Es gibt eine ganze Reihe von Unternehmen und Forschungsprojekten, die solche Ansätze verfolgen”, berichtet Bendig. Denn nicht nur für den Heimeinsatz ist Datenverarbeitung jenseits der Cloud attraktiv. Auch die Industrie ist längst aufmerksam geworden.

Neben dem Schutz von Informationen spielt für sie Geschwindigkeit eine Rolle. Bei intelligenten Maschinen müssten Rechenprozesse oftmals in Echtzeit ablaufen, sagt etwa Wolfgang Furtner, verantwortlich für Edge Computing beim Münchner Halbleiter-Hersteller Infineon. “Die Bandbreite und Reaktionszeit der Cloud ist auf Dauer aber einfach begrenzt, wenn jedes Gerät in der Industrie seine Daten dort verarbeiten lässt.”

Deutlich schneller gehe es, wenn sie vor Ort verrechnet und an die Maschinen zurückgespielt würden – vor allem, wenn die für die Cloud nötige Internetverbindung nicht schnell genug oder lückenhaft ist. Über Edge-Geräte liessen sich Daten zudem bündeln und anonymisieren, bevor sie in die Cloud gehen.

Wird Edge Computing die Cloud also bald ersetzen? Nein, sagt Seitz von der TU-München. “Edge Computing ist eine Erweiterung der Cloud, beide Welten sind miteinander verbunden.” Gerade bei Künstlicher Intelligenz oder maschinellem Lernen benötige man riesige Rechenpower für die Verarbeitung enormer Datenmengen. “Diese Dinge in einem Edge durchzuführen und das zu lernen, ist unrealistisch”, sagt Seitz.

Informationen filtern, bündeln und nur das Nötigste an die Cloud senden – das können Edge-Geräte dennoch leisten, sind sich die Experten einig. Für die Privatsphäre wäre das schon ein Fortschritt.

Neues Berner Stadtquartier nimmt erstmals Gestalt an

Es ist das grösste Bauprojekt der letzten Jahre in Bern: auf dem Vierer- und Mittelfeld soll ein neues Stadtquartier für rund 3000 Bewohner entstehen. Nun nimmt das Grossprojekt erstmals sichtbare Gestalt an. Die Stadt hat in einem Planungswettbewerb ihre Favoriten erkoren.

Oben aus schwangen interdisziplinäre Architekturteams aus dem Raum Zürich. Die Wettbewerbsteilnehmenden hatten eine komplexe Aufgabe zu bewältigen, denn es galt, sowohl städtebauliche Ideen, einen Stadtteilpark und Wohnideen vorzuschlagen.

In der Sparte Städtebau setzt die Jury auf das Projekt “VIF_2” des Teams Ammann Albers StadtWerke GmbH und weiterer Partner. Die Zürcher vermochten auch beim geplanten Stadtteilpark zu überzeugen.

Prägendes Merkmal des Projekts sind zwei diagonale Achsen, die das Rückgrat des Quartiers bilden und insbesondere für den Fuss- und Veloverkehr eine gute Grundstruktur bilden.

Das Projekt baue mit Sorgfalt die bestehende Stadt weiter, schreibt die Stadt in einer Mitteilung vom Freitag. So verzichte das Zürcher Team unter anderem rund um das historische Burgerspittel auf Hochhäuser. Der Park punktet für die Stadt unter anderem mit seiner Grosszügigkeit und dem Einbezug des Bremgartenwaldes.

In der Sparte Wohnen überzeugte die Jury das Projekt “Ensemble_2” von ARGE pan m GmbH und Partner am meisten. Das Team zeige anhand verschiedener Haustypen anschaulich, wie eine vielfältige urbane Nachbarschaft aussehen könnte.

Die Bevölkerung kann alle 26 Wettbewerbsprojekte vom 17. Januar bis am 2. Februar im ehemaligen Swisscom-Hochhaus an der Ostermundigenstrasse besichtigen.

Das Vierer- und das Mittelfeld sind auf einem Plateau über dem Aarehang gelegene, stadtnahe Landreserven, die seit Jahren landwirtschaftlich genutzt wurden.

1914 fand auf dem weitläufigen Areal die Schweizerische Landesausstellung statt. In den 1960er-Jahren erwarb es der Kanton Bern für den Bau eines Universitätscampus. Doch der Plan wurde schliesslich aufgegeben.

Zu Beginn des neuen Jahrtausends plante die Stadt bereits eine Überbauung des Viererfelds, doch das Vorhaben scheiterte an der Urne knapp. Luxuswohnungen, autofreies Wohnen und zu wenig Grünflächen waren Argumente der Kritiker, die verfingen.

2013 legte die Stadt Pläne für ein neues Stadtquartier auf dem Viererfeld und dem benachbarten Mittelfeld auf. Das Quartier soll nicht mehr autofrei, sondern nur noch autoarm und sozial durchmischt sein.

In der öffentlichen Mitwirkung ergab sich eine breite Zustimmung, aber auch Widerstand wurde laut. Der Kanton Bern sicherte der Stadt 2014 ein Kaufrecht für das Gelände zu. 2016 sagte die Stimmbevölkerung grundsätzlich ja zur Überbauung des Areals.

“Was lange währt, wird endlich gut”, betonte der Berner Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL) am Freitag vor den Medien laut Redetext. Von Graffenried zeigte sich nach Abschluss des Planungswettbewerbs erfreut über die Qualität der eingereichten Arbeiten.

Er sei überzeugt, dass es möglich sein werde auf dem Vierer- und Mittelfeld “ein sozial durchmischtes Wohnquartier mit vorbildlichen ökologischen Standards zu realisieren”, führte von Graffenried aus. Das Projekt sei ein “Leuchtturm der zeitgemässen Stadtentwicklung”.

Gemeinderat Michael Aebersold (SP) bezeichnete die Siegerprojekte als “ausgezeichnete Ausgangslage für die anstehende Suche nach Investoren”.

Der Planungswettbewerb bildet das Gerüst für die nächsten Planungsschritte. In einer Masterplanung müssen die Leitideen aus dem Wettbewerb konkretisiert und in eine umsetzbare Form gebracht werden. Auf dieser Basis erfolgt die Ausschreibung der Baufelder im Baurecht.

Auf dem Gelände sind fast 1200 Wohnungen für rund 3000 Menschen geplant. Auf dem Viererfeld soll die Hälfte der Bauträgerschaften gemeinnützig sein, auf dem Mittelfeld wird der Anteil noch höher sein.

Ziel ist es, dass auf dem Areal auch erschwinglicher Wohnraum entsteht. Noch nicht entschieden ist, ob die Stadt selber ein Wohnbauprojekt realisiert. Zum neuen Quartier soll ein Park gehören, von dem auch die angrenzenden Quartiere profitieren können.

Gebaut werden kann frühestens 2023, wie die Stadt in ihrer Mitteilung schreibt. Bevor die Bagger auffahren, müssen auch die Stimmberechtigten zustimmen. Abgestimmt werden kann bestenfalls in zwei Jahren.

Gemüse vom Südpol: Härtetest mit Antarktis-Gewächshaus erfolgreich

Nach einem einjährigen Härtetest in Polarnacht und eisiger Kälte hat sich das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zufrieden mit seinem experimentellen Eden-ISS-Gewächshaus in der Antarktis gezeigt. In dem Hightechcontainer seien unter widrigsten Bedingungen rund 270 Kilogramm Gemüse und Kräuter geerntet worden.

Nun sollen die Ergebnisse ausführlich analysiert sowie eine zweite Überwinterungssaison am Südpol vorbereitet werden, berichtete das DLR am Mittwoch in Bremen.

Das am DLR-Standort in Bremen entwickelte Eden-ISS-Modul ist ein Pilotprojekt zur Erforschung des Nutzpflanzenanbaus unter extremen Bedingungen. Die Entwickler denken dabei an extreme Gegenden wie Wüsten, vor allem aber an Weltraummissionen zu Mond und Mars. In dem hermetisch abgeschotteten Gewächshaus wachsen Pflanzen bei Kunstlicht ohne Erde. Versorgt werden sie durch eine aufgesprühte Nährstofflösung.

Der DLR-Experte Paul Zabel hatte das neben der deutschen Polarstation Neumayer III errichtete Modul ein knappes Jahr lang vor Ort betreut und den Betrieb zusammen mit seinen Kollegen in Bremen erforscht. Er erzeugte dabei 115 Kilogramm Salat, 67 Kilo Gurken, 46 Kilo Tomaten, 19 Kilo Kohlrabi, 15 Kilo Kräuter und acht Kilo Radieschen.

Das Gemüse bereicherte den Speiseplan der insgesamt zehn Forscher, die gemeinsam auf der Antarktisstation überwinterten. Zabel kehrte kurz vor Weihnachten zurück nach Deutschland. Die Erfahrungen mit dem Anbau sollen nun unter technischen, botanischen, mikrobiologischen und psychologischen Gesichtspunkten noch einmal eingehend bewertet werden.

Dann wird das mit Forschungsgeldern der EU finanzierte Projekt mit einer zweiten Überwinterung fortgesetzt. Dabei wird der Betrieb des Gewächshauses aber durch die DLR-Experten in Bremen ferngesteuert. Das Aussäen und andere Arbeiten vor Ort übernehmen die neuen Überwinterer auf Neumayer III. In den kommenden zwei Jahren wollen das DLR und seine Forschungspartner das Modul weiter optimieren. Dazu gehört auch das Alfred-Wegener-Institut, das die Antarktisstation betreibt.

Die EU-Staaten treiben gemeinsam ein ehrgeiziges Weltraumprogramm voran, das Langzeitmissionen im All ermöglichen soll. Eden-ISS ist dabei nur ein Teilprojekt. Jüngst brachte das DLR im Rahmen seiner Eucropis-Mission etwa auch einen Gewächshaussatelliten ins All.

Dieser hat zwei Gewächshausmodule mit Kirschtomatensamen an Bord, die während der Mission keimen und wachsen sollen. Während er die Erde umkreist, erzeugt er durch Eigenrotation Schwerkraftverhältnisse wie auf Mond und Mars. Die Anziehungskraft ist dort niedriger als auf der Erde. Die Experten wollen testen, wie die Pflanzen darauf reagieren.

Der Antarktisüberwinterer Zabel äusserte sich am Mittwoch in Bremen begeistert über seine Forschungszeit am Südpol. “Die Antarktis ist ein faszinierender Ort”, erklärte er. Der Experte vor Ort habe trotz der sehr fordernden Bedingungen “grossartige Arbeit” geleistet, betonte Projektleiter Daniel Schubert. “Zukünftige Raumfahrer werden es ihm danken.” Zu den Schwierigkeiten gehörten demnach unter anderem schwere Schneestürme, die es unmöglich machten, die Polarstation zu verlassen.

Leuchtenstadt Luzern strahlt gegen das Januarloch

Sydney hat eines, Murten ebenfalls und Lyon schon seit Jahrhunderten: Zum ersten Mal wartet auch die Leuchtenstadt Luzern mit einem Lichtfestival auf. Am “Lilu” gibt es bis am 20. Januar 16 Lichtinstallationen zu sehen. Sie sollen die düsteren Januartage erhellen.

Es ist dunkel im Gletschergarten am Mittwochabend, als die Musik zu spielen beginnt. Schneeflocken tanzen am Himmel und im Takt zu den Klängen tanzen Lichtkegel durch die Halle: “I see the music” heisst die Installation, die den Auftakt macht zur Eröffnung des Lichtfestivals. Sie soll, so erklären es die Pariser Künstler Masomenos, Raum und Zeit verbinden.

Sie ist eine von 16 Projektionen eines erleuchtenden Stadtrundgangs. Bespielt werden im Rahmen von “Lilu” auch Bahnhofplatz, Regierungsgebäude, die Reuss vor der Jesuitenkirche, der Mühleplatz, Weinmarkt, Kurplatz, Kornmarkt, das Ufer beim Rathausquai, der Kapellplatz, die Hertensteinstrasse, vor der Matthäuskirche, Löwendenkmal, Hofkirche und der Musikpavillon.

Obwohl oft als Leuchtenstadt bezeichnet, gehe der Name Luzerns zwar laut Ansicht von Experten eher auf das Wort “Hecht” zurück, die sich im See tummelten, sagte Marcel Perren, Direktor von Luzern Tourismus. Dennoch wolle man lieber ein Licht- als ein Fischfestival präsentieren.

Es solle einerseits ein stilles Festival für die Bevölkerung sein, sagte Beat Wälti, Projektleiter von Luzern Tourismus. Doch auch touristisch erhofften sich die Veranstalter einen Mehrwert, insbesondere was die Auslastung im Winter betrifft.

Die Stadt Luzern machte in der Vergangenheit von sich reden, weil sie sich mit ihrem Beleuchtungskonzept “Plan Lumière” in einen Rechtsstreit mit einem Hotel verhedderte, das seine Fenster farbig ausleuchtet. Bei der Gestaltung des Festivals habe man bewusst auf kleine Installationen an speziellen Orten gesetzt, sagte Wälti.

Der künstlerische Aspekt habe Vorrang vor grossflächigen Beleuchtungen. Und so springt denn etwa ein leuchtender Fisch aus dem dunklen Teich vor dem Löwendenkmal und verwandelt sich oder leuchtet das Wasser vor dem Rathausquai blau aus. Sogar in heilige Hallen erhielten die Lichtkünstler Einlass: Das Kollektiv Projektil präsentiert mit Genesis seine neueste Show in der Hofkirche.

Die Kosten für das Gesamtprojekt belaufen sich auf 600’000 Franken. Die Finanzierung sei auf drei Jahre gesichert. Die Idee für das Festival sei im Marketing-Beirat von Luzern Tourismus entstanden. Getragen wird es vom Verein Lilu, der im September 2018 von den Luzerner Hotels und von Luzern Tourismus gegründet wurde.

Für das Lilu-Festival engagiert wurden Künstler aus Luzern, aus dem Rest der Schweiz sowie aus Deutschland und Frankreich. Es gebe zahlreiche Künstler, die sich mit Licht beschäftigen, sagte Wälti. Doch scheine dieses Kunstform noch nicht so etabliert. Die Installationen leuchten täglich von 18 bis 22 Uhr.

Fast 20 Millionen für elektrische Kehrichtfahrzeuge in Basel

In der Stadt Basel sollen künftig elektrische Fahrzeuge den Kehricht einsammeln. Für den Kauf von 20 Fahrzeugen und sieben Ladestationen beantragt die Regierung dem Grossen Rat 19,11 Millionen Franken.

Die bestehenden grossen Kehrichtfahrzeuge des Tiefbauamts erreichen das Ende ihrer Lebensdauer, wie es in einer Regierungsmitteilung vom Dienstag heisst. Sie sollen in den kommenden Jahren ersetzt werden.

Elektrische Kehrichtfahrzeuge sind gemäss Mitteilung über den ganzen Lebenszyklus betrachtet derzeit rund 36 Prozent teurer als vergleichbare Dieselfahrzeuge. Der geringere Lärm und der fehlende Schadstoffausstoss wiegen diese Mehrkosten nach Ansicht der Regierung jedoch deutlich auf.

Die elektrischen Kehrichtfahrzeuge sollen über Nacht an sechs Standorten der Stadtreinigung sowie in der Werkstatt des Tiefbauamts mit erneuerbarem Strom aufgeladen werden, wie es weiter heisst. Neben 20 grossen besitzt das Tiefbauamt auch drei kleine Kehrichtfahrzeuge.

VBS denkt in Mitholz an Einsatz von ferngesteuerten Baggern

Im ehemaligen Munitionslager der Schweizer Armee in Mitholz BE könnten Roboter oder ferngesteuerte Bagger die 1947 verschüttete Munition bergen. Das VBS hat grünes Licht für eine entsprechende Studie gegeben.

Wie Chemiker Patrick Folly in einem vom VBS publizierten Interview sagt, soll in ein bis zwei Jahren der Prototyp eines ferngesteuerten Schreitbaggers bereit stehen. Folly leitet die Teams des Fachbereichs Explosivstoffe und Munitionsüberwachung des Bundesamts für Rüstung (armasuisse).

Schreitbagger sind Bagger, die ausser Räder auch Abstützfüsse aufweisen. Mit Hilfe dieser voneinander unabhängig steuerbaren Schreitbeine können solche Bagger auch in schwierigem Gelände operieren, etwa in Bachbetten.

“Mit einem solchen Bagger könnte das Gelände schichtweise abgetragen werden”, sagt Folly im Interview, das auf der Internetseite des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) publiziert worden ist. Wenn der Bagger auf eine Anhäufung von Munition stiesse, könnte das Dörfchen Mitholz wenn nötig temporär evakuiert werden.

Solche Anhäufungen von Munitionsresten stellten nämlich eine grosse Gefahr dar. “Dort besteht die Gefahr einer Übertragungsreaktion”, sagt der Chemiker, der derzeit die Munitionsrückstände in Mitholz beurteilt. Der Einsatz von ferngesteuerten Schreitbaggern sei “eines von mehreren möglichen Szenarien.”

Folly gibt auch bekannt, dass es den Fachleuten gelungen sei, eine alte, nicht explodierte 50-Kilo-Bombe zu bergen, nämlich aus einem Spalt im verschütteten Bahnstollen des Lagers Mitholz. Mit Hilfe einer kleineren Granate aus dem verschütteten Stollen wollen nun Fachleute die grosse Bombe auf einem Schiessplatz des VBS sprengen.

“So werden wir sehen, ob dadurch auch die grosskalibrige Bombe detoniert und messen, wie stark die Explosion ausfällt. Für uns ist diese Information zentral, denn unter dem Gestein im ehemaligen Munitionslager könnte kleinkalibrige Munition dicht zwischen grosskalibriger liegen.”

In Mitholz vernichteten 1947 drei grosse Explosionen etwa die Hälfte der dort eingelagerten 7000 Bruttotonnen Munition. Neun Menschen starben, als herumfliegende Felsbrocken Häuser trafen, sieben Menschen wurden verletzt und 200 verloren ihr Obdach.

Letztes Jahr gab das VBS bekannt, dass die von den 1947 verschütteten Munitionsresten ausgehende Gefahr grösser ist als bisher angenommen. Sofortmassnahmen seien allerdings nicht nötig.

Anfang Dezember gab der Bund bekannt, dass ein Expertenteam bis Mitte 2020 nach Möglichkeiten suche, das Risiko einer neuen Explosion zu beseitigen oder wenigstens zu senken. Zudem wird ein Überwachungssystem installiert.

Die Einwohner von Mitholz haben deutlich gemacht, dass sie eine vollständige Räumung des ehemaligen Munitionslagers erwarten. Laut Folly ist dies das Ziel. Weniger als ein Prozent der 3000 Tonnen Munition, die es in Mitholz immer noch gibt, sei sichtbar.

X