Zürich: Kurzes Staunen über “Rosengarten-Projekt”

Die Positionen aller Beteiligten zum Projekt “Rosengartentram & Rosengartentunnel” in der Stadt Zürich sind schon lange bekannt. Kein Wunder, brachte auch eine Diskussion im Zürcher Stadtparlament am Mittwochabend keine neuen Erkenntnisse. Immerhin geriet Stadtrat Richard Wolff (AL) kurz ins Staunen.

Wolff staunte vor allem, weil er doch einige “Argumente gegen das Tram” zu hören bekam. Denn das Ziel der stadträtlichen Bemühungen sei es ja gewesen, eine Antwort auf die Frage zu finden, wie man zu einem Rosengartentram komme. “Und dieses ist ohne die Kröte Tunnel nicht zu haben”, sagte Wolff.

Die Debatte im Rat ging im Vorfeld der 2. Lesung des Kantonsrats zum Gesamtprojekt “Rosengartentram & Rosengartentunnel” über die Bühne. Diese findet voraussichtlich am kommenden Montag statt.

Die Partei-Positionen im Gemeinderat ähneln jenen im Kantonsrat. Deshalb bekamen Wolff – und andere – “nichts Neues zu hören”, wie es der Vorsteher des Tiefbaudepartementes formulierte. Vorbehaltlos unterstützt wird das Projekt von FDP und SVP. Die andern üben Kritik – insbesondere am Kosten-Nutzenverhältnis.

Der Zürcher Stadtrat steht weiterhin hinter dem Projekt. Falls die Verkehrskapazität – wie mit der Kantonsregierung vor Jahren vereinbart – begrenzt wird und die Stadt die Hoheit über die Verkehrsregelung behält. Diese Position nimmt auch die EVP ein.

Die Rosengartenstrasse wurde 1972 als Provisorium der Westtangente in Betrieb genommen. Das Provisorium ist aber längst zur Dauerlösung geworden, mit über 50’000 Fahrzeugen pro Tag.

Dieser Verkehr soll durch einen insgesamt 2,3 Kilometer langen Tunnel geleitet werden. Die Kapazität des Autoverkehrs soll so erhalten und die Rosengartenstrasse auf einem Abschnitt von etwa 700 Metern zur Quartierstrasse werden. Auf ihr würde als neue ÖV-Verbindung das Rosengartentram fahren.

Die Gesamtkosten für Tunnel und Tram belaufen sich auf 1,1 Milliarden Franken. Der Kanton rechnet aber damit, dass sich der Bund und die Stadt Zürich daran beteiligen. Fertig wäre das Generationenprojekt im Jahr 2032.

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