Basel-Stadt lässt Gewerbler eigene Abfälle selber entsorgen

Basler Gewerbebetriebe sollen künftig ihre Abfälle selber entsorgen. Die Stadtreinigung will nur noch Siedlungsabfälle entsorgen, wie es das Gesetz verlange. Sie überlasse die Entsorgung betriebsspezifischer Abfälle “dem freien Markt”, teilte sie am Montag mit.

Neben Abfällen von Haushalten gehörten Abfälle von Gewerbebetrieben nur dann weiter zum Auftrag der Stadtreinigung, wenn sie “bezüglich Inhalt und Menge mit Haushaltabfällen vergleichbar sind”. Anders ist das in Zukunft bei Betriebsspezifischem wie Presscontainer-Abfällen, Akten, Elektroschrott oder Altöl aus Restaurants oder Sonderabfällen.

Die Kundschaft sei letzte Woche informiert worden, dass das Tiefbauamt die bisherigen Entsorgungs-Verträge nicht verlängere. Die Dienstleistung des Kantons werde “in den nächsten Monaten nach und nach” eingestellt, hiess es weiter. Die Gewerbebetriebe müssten ihre Abfälle danach durch private Anbieter entsorgen lassen.

Die Änderung folge einer früher beschlossenen Strategie, “privates Gewerbe nicht mehr zu konkurrenzieren”, sagte Stadtreinigungs-Leiter Dominik Egli. Die Verwaltung überprüfe ihre Aktivitäten in diesem Sinne, und nun sei die Abfallentsorgung an der Reihe. Es gehe nicht darum, einen Kostenblock loszuwerden.

Der Bereich gewerbliche Abfälle hat aber durchaus ein Preisschild: Rund 1,3 Millionen Franken Umsatz im Jahr bringen die entsprechenden Verträge mit gut 200 Kunden ein. Laut Egli fällt also für die Stadtreinigung faktisch ein ganzer eigener Betrieb weg – dessen Personal werde aber vollständig intern weiterbeschäftigt.

Die Vielfalt der gewerblichen Abfälle sei sehr breit, weshalb Egli auch keine Jahres-Tonnage nennen mochte. Neben einer speziellen Altöltour für Beizen besorge der Kanton bisher unter anderem auch die ganze Entsorgung des Universitätsspitals Basel (USB).

Die Änderung hat auch nichts zu tun mit überquellenden Abfallkübeln in der Stadt: Laut Egli wird immer mehr Hausmüll so illegal zulasten der Allgemeinheit entsorgt. Angesichts der steigenden Mengen in den öffentlichen Mistkübeln müsse der Kanton diese immer mehr auch am Wochenende leeren gehen, was bisher weniger nötig gewesen sei.

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