Luzern sucht dringend Praktikumsplätze für jugendliche Flüchtlinge

Der Kanton Luzern benötigt dringend Praktikumsplätze für jugendliche Flüchtlinge als Vorbereitung auf eine Berufslehre – bis im Februar 30, bis im Sommer weitere 150 Plätze. Die Suche nach Betrieben, die Praktika anbieten, verläuft jedoch äusserst zäh.

15 von den bis Februar benötigten 30 Plätzen seien bereits zugesichert, sagte Christof Spöring, Leiter der Dienststelle Berufs- und Weiterbildung des Kantons Luzern, auf Anfrage.

Zwar zeigte sich Spöring zuversichtlich, dass sich auch die restlichen Plätze organisieren lassen. Doch er weiss: Die Suche ist dann nicht beendet. Bereits im August werden weitere 150 jugendliche Flüchtlinge bereit sein für die Praktikumsphase.

Die bis Ende Januar benötigten Plätze sind für jene 30 Jugendlichen gedacht, die das Basisjahr im Integrationsbrückenangebot beenden werden. Diese verfügten dann über das notwendige Niveau in deutscher Sprache sowie Kenntnisse in anderen schulischen Fächern, um ergänzend zum Unterricht in Betreiben Praktika zu absolvieren, teilte die Staatskanzlei am Donnerstag mit.

Bei den jungen Menschen handle es sich um späteingereiste Jugendliche, die bereits zu alt seien, um in der Schweiz noch die obligatorische Schule zu absolvieren, sagte Spöring. Es sind dies anerkannte Flüchtlinge oder vorläufig Aufgenommene.

Die Praktika dienen einerseits der Vorbereitung auf eine Berufslehre. Sie seien aber auch eine Chance für die Unternehmen, in denen sie arbeiten können, sagte Spöring. Im Idealfall könnten die Praktikanten nach einem Jahr den Lehrvertrag unterschreiben.

Doch leider sei die Bereitschaft der Betriebe, Praktikumsplätze anzubieten, noch zu wenig vorhanden. Warum dies so ist, weiss der Dienststellenleiter nicht. Mehraufwand oder auch Berührungsängste könnten Gründe für die Zurückhaltung sein. Die Betriebe zahlen den Jugendlichen normale Praktikumslöhne.

Währen der Praktikumsphase arbeiten die Jugendlichen an zwei Tagen im Betrieb, drei Tage lang sind sie im Brückenangebot in der Schule. Die Jugendlichen aber seien sehr motiviert, arbeiten zu können, so Spöring.

Die jugendlichen Flüchtlinge können während des Praktikums Erfahrungen in der Arbeitswelt sammeln und auf eine Lehre vorbereitet werden. Sie lernen das Tempo eines Betriebs kennen, Arbeitsabläufe, die Ansprüche an die Pünktlichkeit, sagte Spöring. Und sie könnten ihre Selbst- und Sozialkompetenzen unter Beweis stellen und ihren Berufswunsch in der Praxis überprüfen, heisst es in der Medienmitteilung weiter.

Praktikumsstellen werden in allen Branchen gesucht. Idealerweise in Betrieben, wo auch einfachere Arbeiten erledigt werden müssen. Das Ziel der Kampagne ist es, dass Unternehmen, die sich für die Integration engagieren wollen, ihr Interesse beim Zentrum für Brückenangebote melden. Ihnen wird dann ein Kandidat vorgeschlagen. Bislang verlief die Suche andersrum.

Die Dienststelle Berufs- und Weiterbildung wird für ihre Kampagne “150 Praktika = 300 Chancen” vom Kantonalen Gewerbeverband, von der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz sowie der Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Gesellschaft unterstützt. Die Dienststelle hat für die Kampagne kein spezielles Budget. Die Suche nach Praktikumsplätzen begann bereits 2016, momentan laufen 40 Praktika in verschiedene Betrieben.

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