Heizölkauf im August ist ein alter Zopf

Die alte Faustregel, im August den Heizöltank zu füllen, weil im Sommer die Preise am tiefsten sind, gilt nicht mehr. Vielmehr zeigen aktuelle Beobachtungen, dass die Heizölpreise im Januar meist tiefer liegen als im Sommer.

oil-106913_640So auch 2016: 3000 bis 6000 Liter Heizöl kosteten laut der Auflistung des Hauseigentümerverbands am 18. Januar 64,20 Franken. Am 9. August lag der Preis bei 71 Franken, nachdem er im Juni gar auf 78 Franken geklettert war. “Es ist ein alter Zopf, dass die Preise im Sommer am günstigsten seien”, bestätigt Francesca Romano, Leiterin Kommunikation bei der Erdölvereinigung.

In der nächsten Zeit werde sich an diesen vergleichsweise tiefen Preisen nichts ändern, so Romano weiter. “Selbst wenn mit dem Beginn der Heizsaison die Preise etwas anziehen werden, weil die Nachfrage steigt, bleibt das Niveau doch tief”, sagt sie auf Anfrage gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Insofern bildet das Preisniveau von Heizöl in der Schweiz die Lage auf dem Weltmarkt ab. Dort sorgt ein Überangebot bereits seit 2014 für tiefe Preise. “Für den Heizölpreis sind neben dem Weltmarktpreis der Dollarkurs und die Kosten für die Rheinschifffahrt von Bedeutung”, so Romano.

Im Unterschied zum Benzinpreis ist zudem der Heizölpreis relativ flexibel, weil die staatlichen Abgaben auf Heizöl tiefer sind als auf Benzin. Beim Treibstoff für Autos liegt der Anteil staatlicher Abgaben am Endpreis bei rund 60 Prozent, während dieser Anteil beim Heizöl nur etwas mehr als 25 Prozent ausmacht, schätzt Romano.

Deshalb gilt beim Heizöl: Ändert sich einer der Einflussfaktoren, wie Weltmarktpreis, Dollarkurs oder Rheinfracht, ändert sich sehr schnell auch der Preis, den der Konsument letztlich bezahlt.

Gerade wegen dieser Preisflexibilität rät Romano, den Preis regelmässig im Auge zu behalten. Konsumenten sollten Heizöl dann kaufen, wenn der Preis innerhalb des Beobachtungszeitraums tief ist, sagt sie. “Dabei ist natürlich möglich, dass der Preis schon morgen noch tiefer liegt”, relativiert sie ihren eigenen Ratschlag.

Sparpotential ortet sie zudem in der regelmässigen Wartung der Heiz- und Tankanlage. “So können höhere Kosten vermieden werden.” Zudem mache es Sinn, die Liefermengen zu erhöhen, indem Nachbarn gemeinsam bestellten. “So springen nochmals um einige Prozent tiefere Preise heraus.”

Und: Unter Umständen rechnet es sich überhaupt nicht, zu lange zu warten mit dem Kauf. Wenn Konsumenten auf den noch tieferen Preis am Folgetag schielen, kann es sein, dass sie plötzlich notfallmässig kaufen müssen. “Und das wird dann mit Sicherheit teurer”, sagt Francesca Romano.

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